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Brief an die Jugendlichen

HandabdrueckeLiebe Jugendliche!
Was macht Ihr Jugendlichen, die Ihr immer gern im Jugendkeller wart, Freunde getroffen, Musik gehört, Kicker oder Billiard gespielt, Euch nach dem Schul- oder Arbeitsalltag entspannt habt, um dem Stress und den Sorgen ein wenig zu entfliehen?
Was macht Ihr Trainees, die Ihr zur TeamerInnenausbildung gekommen seid, etwas über Gruppen, Spiele und Aufsicht gelernt und auch untereinander gern gequatscht habt? Und Ihr TeamerInnen, die Ihr Euch zum Planen, zum Austausch getroffen habt und jedesmal mit einem Segenskreis zum Abschied auseinander gegangen seid?

Konfer- und TeamerInnenfahrt mussten schweren Herzens absagt werden. Darauf hatten sich viele von Euch so gefreut. Fahrten sind die Highlights der Jugendarbeit, wo Gemeinschaft, gemeinsam Spaß haben und auch Glaube intensiv erlebt werden.
Eine Jugendliche der Trainees schrieb mir: „...das alles ist ganz schön nervig mit den Schulaufgaben... Ich vermisse meinen Alltag schon sehr, das Volleyballspielen und in den Jugendkeller fahren besonders... Ich versuche trotzdem das Beste daraus zu machen und telefoniere viel mit Freunden...“
Eine Teamerin schrieb: „Hoffentlich geht das alles schnell vorbei. Ich vermisse die Leute im Jugendkeller so sehr... wir bekommen viel mehr Aufgaben als vorher...“

Viele von Euch waren wochenlang zu Hause, plötzlich keine Schule, Jugendangebote, KonfirmandInnenunterricht, oder Sport mehr, keine FreundInnen und Großeltern mehr treffen - das ist wortwörtlich eine „verrückte“ Zeit. Den gewohnten Alltag, Vertrautes gibt es nicht mehr, stattdessen Schule online, viele Schulaufgaben, der Tag muss bewältigt werden. Was im Jugendkeller üblich war, sich treffen, andere umarmen, in der „Kissenecke“ chillen, spielen, Jugendandachten, Freizeiten - alles ist so nicht mehr erlaubt. Schwer auszuhalten.
Viele haben mir erzählt, dass ihre Gefühle in dieser Zeit durcheinander geraten. In einem Moment glücklich und im nächsten verzweifelt und todtraurig. Viele denken, das ist doch nur ein schlechter Traum.
Aber bald können wir uns in kleinen Gruppen wiedersehen und uns gegenseitig Mut und Hoffnung machen - vielleicht gelingt ein wenig Gemeinschaft trotz Abstand.

Gleichzeitig gehen auch wir neue Wege: Videobesprechungen mit den TeamerInnen und den Kolleginnen, Gespräche per Telefon, online oder auf der sonnigen Bank mit Abstand. Ich plane nun 2020 ganz anders, hoffe auf eine TeamerInnenfahrt im November, den ökumenischen Kirchentag 2021, auf Cocktail-Shaken am 101. Geburtstag der Auferstehungskirche und eine sichere Sommerfahrt.

Wenn ich durch den leeren Jugendkeller gehe, vermisse ich Euch alle, Eurer Lachen, Euren Humor, Eure Fragen und Antworten, Eure Lebendigkeit und Euren Teamgeist. Das geht Euch wahrscheinlich noch viel mehr so, weil Ihr oft richtig gute FreundInnen, ZuhörerInnen und RatgeberInnen untereinander seid. Bleibt das bitte, geht nicht verloren in dieser Zeit, habt eine große Portion Gottvertrauen und bleibt gesund!

Wenn Ihr ein offenes Ohr braucht, dann meldet Euch sehr gern bei mir!

Eure Jugenddiakonin
Claudia Diedrichsen

Mai 20202